Geliebtes Lindau

Lindau -> Tettnang

Ach, Lindau, in dem immer die Sonne scheint.
In dem die Radwege eben und glatt sind, in dem es eine entzückende Kleinigkeit neben der anderen gibt. Ich bin verliebt.
Ich konnte gestern nicht ins Kino gehen, weil ich Lindau entdecken musste.

Das Buchcafé zum Beispiel, das ich gestern fand, und in dem ich heute morgen einen dekadenten Kirsch-Schokoladenkuchen aß und seitenweise geschrieben habe.
Oder all die Häuser und Gässchen (hier heißen die Gässele) oder fast mannshohen, roten Blumentöpfe.

Heute Vormittag bin ich durch Lindau gestreift (das Gepäck konnte ich im Hotel lassen), und mittags habe ich mich auf den Bodenseeradweg begeben – mit so ungefähr einer Milliarde (schreibt man das so?) anderer Radfahrer auch. In Langenargen habe ich Pause gemacht, ein Eis gegessen, die Füße in den See getaucht und am Strand ausgespannt, und dann bin ich die letzten zehn Kilometer ins Landesinnere zu meinen Couchsurfing-Gastgebern gefahren, Sabina und Christian. (Ich denke, ich sagte, dass ich Berge nicht mag.)

So nette Menschen! So ein unglaubliches Haus! Christian ist Architekt, und ich denke bei jedem Detail: „Wow, so könnte das bei uns auch aussehen.“ Bin sehr schwer verliebt – aber ich schätze, ich würde Betonwände zu Hause nicht durchbekommen. Sieht aber unglaublich gut aus.

Sabina hat noch einen Spaziergang mit mir auf einen Berg (sie sagt, es sei ein Hügel) gemacht, von dem man aus beinahe den gesamten Bodensee überblicken konnte. Jetzt trinke ich Rotwein an diesem schönen Tisch in diesem schönen Haus, habe Sonnenbrand und finde, dass diese Reise eine echt gute Idee war.
(Erinnert mich nächste Woche daran, wenn ich über die Schweizer Berge heule oder das Wetter umschlägt.)

Tagesbilanz: 40km Rad, 6,5km Füße. 100 oder so Höhenmeter auf dem Weg nach Tettnang vom See hoch.

PS:
Falls ihr euch fragtet: Der Rechner tut immer noch. Absolut zuverlässig.

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