Blick durch unser Schlüsselloch: Gleich!

Diesen Post hab ich gerade in meiner Schatzkiste gefunden.
Geschrieben vor dreieinhalb Jahren. War auch schonmal öffentlich und ist dann irgendwie beim Webseiten-Umbau verloren gegangen.
Es war eine profunde Erkenntnis, damals. Sie hält bis heute an.
(Wobei ich schon besser geworden bin, ehrlich.)

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„Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“
(Mahatma Gandhi)

 Gibt es einen Ort, wo Gandhis Spruch mehr zutrifft als im Familienleben?

Neulich habe ich wieder das wieder einmal so deutlich erleben können, dass ich fast darüber lachen musste, es jemals übersehen zu haben.
Kennt Ihr das? Diese blinden Punkte, die einem Gedanken machen und – obgleich eigentlich nicht schlimm – doch das Zusammensein ein bisschen belasten, wo sie eigentlich so einfach zu lösen wären?

Bei uns ist es in diesem Fall das Gleich.

„Kannst du mal eben den Kompost rausbringen?“ – „Gleich.“
„Die Kaninchen müssen noch versorgt werden.“ – „Gleich.“

Hah!, denkt Ihr jetzt. Ist ja auch ein bisschen blöd, wenn sie das Kind aus dem Spiel holt, um den Kompost rauszubringen, der ja nun wirklich drei Minuten warten kann.

Stimmt. Ist blöd.
Aber es ist nicht nur bei Kompost und Kaninchen.

„Lass uns losfahren zum Strand.“ – „Gleich.“
„Gibt Eis!!!“ – „Gleich.“

Neulich hatten wir wieder so eine Situation, und mein Mann sagte: „Hast du das schon gemerkt? Egal, was es ist, er sagt immer gleich.“
Ich, irgendwie aus Versehen in den Ich-habe-was-falsch-gemacht-Modus geraten, setze an zu erklären: „Ja, ich weiß auch nicht, ich versuche schon immer dies… und jenes… und…“
Und mein Mann sagt: „Nein, darauf will ich ja gar nicht hinaus.“
Ich, immer noch im Ich-hab-was-falsch-gemacht-Modus: „… und das… und dieses…“
Und mein kluger Mann sagt nochmal: „Halt! Das meine ich gar nicht!“

Wie? Nicht?

„Nein, ich habe beobachtet, dass wir das auch machen. Wir sagen immer „gleich“, egal, was er will.“

„Oh“, sag ich, „Recht hast du.“

Es ist nicht etwa so, dass wir diese Erkenntnis niemals vorher gehabt hätten. Wie das so ist mit den eigenen Themen im Leben. Wir hatten schon einmal so eine Gleich-Phase, und damals habe ich ganz bewusst darauf geachtet, niemals „gleich“ zu sagen, sondern – zumindest für ein Weilchen – alles stehen und liegen zu lassen und meinem Kindelein sofort und unverzögert die Aufmerksamkeit zu geben, die es haben möchte.
Genau das tue ich auch jetzt seit einigen Tagen wieder.
Und was soll ich sagen?

Das Gleich ist verschwunden.
Wie von Zauberhand.
Nach nicht einmal einem Tag.

Was ist es bei Euch? Wo sind in eurem Leben die Punkte, an denen Ihr selbst die Veränderung sein könnt, die Ihr im Familienleben erreichen wollt?

 

 

5 Kommentare

  1. *seufz*
    Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa, der „Gleich“-Virus….ich bin auch…infiziert….danke für deinen Post! 😉

  2. Ooooohjaaaa! Ich erkenne mich wieder!

    Ich flitze mal hinüber zu meinem Sohn, der bereits seit 5 Minuten auf mein ‚gleich‘ wartet!
    *schäm*

    Danke fürs Hingucken und mit uns Teilen!! 😀

  3. Oh, wie ich das kenne! 😉

  4. Unsere 4jährige Tochter sagt dann zu mir: „Gleich dauert viel zu lange!“

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