Happy Birthday, Wild World

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse ist er erschienen, der »zweite Band« von Nicolas und meinem Erfolgstitel SLOW FAMILY: WILD WORLD : Wie Kinder an der Welt wachsen und Eltern entspannt bleiben.
Ich spazierte am Messemittwoch so in die Hotellobby und dachte bei mir: »Das ist ein feines Hotel, ich mag es.«
Dann sah ich, dass auf den Bodenfliesen zum Teil Buchcover aufgeklebt waren, als Werbung, und ich dachte bei mir: »Was für eine feine Idee, ich mag sie.«
Und dann ging ich drei Schritte weiter und sah, dass da mein Buch aufgeklebt war.
Und ich dachte gar nichts mehr. Nur noch irgendetwas Ähnliches wie: Wwwwwwwwwwaaaaaaaahhhhnsinn. Danach schaltete sich mein Hirn ab und ich lächelte die nächsten Stunden einfach nur noch vor mich hin.
Inzwischen bin ich wieder zu mir gekommen und sage in aller Bescheidenheit: Es ist ein tolles Buch geworden. Es hat absolut verdient, als Fliesenverzierung im Westin zu sein.

Hier ist eine kleine Leseprobe aus der Einleitung:

Blick zur Uhr, wo bleibt das Kind? Es sollte seit zehn Minuten zu Hause sein. Aber wer weiß, vielleicht ist der Bus verspätet. Schnell die Kartoffeln schon mal auf dem Blech verteilen, damit es dann schnell geht, in einer Stunde ist der Zahnarzttermin. Inzwischen ist das Kind siebzehn Minuten verspätet. Vor dem Fenster sind schon vor einer Ewigkeit zwei Kinder aus der gleichen Klasse vorbeigeschlendert … Langsam hilft tiefes Atmen nicht mehr gegen die Nervosität. Wo zum Geier bleibt das Kind? Anruf bei der besten Freundin, keiner geht ans Telefon. Bis zum Zahnarzttermin wird’s langsam knapp. Macht es Sinn, den Ofen jetzt schon anzuschalten? Anruf bei der Schule, nein, niemand ist länger geblieben, der Schulhof ist leer. Ist es albern, die Polizei anzurufen? Scheiß auf albern. »Machen Sie sich mal keine Sorgen«, sagt der Polizist beruhigend, »rufen Sie in drei Stunden wieder an, in der Regel klären sich diese Dinge.« Machen Sie sich keine Sorgen, ha! Der hat gut reden. Atmen. Atmenatmenatmen. Mit zittrigen Händen beim Krankenhaus anrufen, ob sie ein zehnjähriges Kind …

Es klingelt an der Tür. Davor steht das Kind, nassgeregnet und vergnügt. »Ich hab den Bus verpasst«, sagt das Kind. »Da bin ich gelaufen. Und ich habe so eine süße Katze gesehen! Können wir nicht eine Katze haben?«

Machen wir uns nichts vor: Es ist nicht immer einfach, die Kinder, die wir über Jahre behütet, beschützt und betüddelt haben, auf einmal in diese Wildnis aus fremden Menschen, großen Straßenkreuzungen und engen Zeitplänen zu entlassen. Das liegt nicht daran, dass wir Glucken und Helikopter-Eltern sind. Wir sind einfach … Eltern!

aus: WILD WORLD : Wie Kinder an der Welt wachsen und Eltern entspannt bleiben.

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