Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch

DSC_0217Lesetipp für Eltern: Hausaufgaben – Nein, danke!

Ich war ja eins von den Kindern,  die sich darüber definieren, dass sie ihre Hausaufgaben mindestens mit „fein“ erledigen.
Die wenigen Monate, die mein Sohn in der staatlichen Grundschule verbrachte, belehrten mich, dass das wohl nicht bei allen Kindern so ist. „Nicht mehr als zwanzig Minuten Hausaufgaben am Tag“, hatte die Lehrerin gesagt.
Die zwanzig Minuten jeden Tag wurden ziemlich schnell zur Qual.
Und mein Sohn war das einzige Kind, das (bzw. dessen Mutter) sich an die 20-Minuten-Regel hielt.

Entsprechend zackig gelangte ich zu der Erkenntnis: Ich werde nicht zulassen, dass die Schule zwischen mein Kind und mich kommt.

Diesen Wunsch hegen wohl viele Eltern.
Auch Armin Himmelrath ging es so. Der Autor des Buches „Hausaufgaben – Nein danke!“ lässt kein gutes Haar an der wenig hinterfragten Tradition der Hausaufgaben: „Viele Anlässe, sich über Hausaufgaben zu freuen, gab es aus meiner Perspektive als Vater nicht.“
Dieses für mich entscheidende Argument ist eins der entscheidenden, das er gegen die Hausaufgaben ins Feld führt, aber beileibe nicht das einzige.

Er entkräftet die gängigen Pro-Hausaufgaben Argumente durch Wissenschaft. So stellte bereits in den 1960er Jahren – also vor mittlerweile einem halben Jahrhundert – eine Studie fest, dass „Hausaufgaben keinen materiellen Bildungswert“ besäßen. Außerdem seine Hausaufgaben sozial selektierend. Schüler, die zu Hause nicht die entsprechende Hilfe bekämen, verliere wegen – und nicht trotz! – der Hausaufgaben schnell in der Schule den Anschluss.

Ganz besonders wichtig finde ich: Dadurch, dass Hausaufgaben in den Familien Stress und Leid erzeugen, behindern sie das Lernen.

Dazu kommt, schreibt Himmelrath, dass das „Gießkannenprinzip der Hausaufgaben“ nicht mehr zeitgemäß sei, da sich der Trend zum individuellen Lernen immer mehr durchsetze. Himmelrath spricht sich dafür aus, statt  Hausaufgaben lieber sinnvolle Aufgaben zu entwickeln, die während der Unterrichtszeit bearbeitet werden können.

Fazit:
Lesenwertes, verständlich geschriebenes Buch. 152 Seiten, die sich lohnen.

Himmelrath, Armin: Hausaufgaben – Nein danke!
1. Auflage 2015 | 152 Seiten | €16,00
ISBN 978-3-03822-017-6

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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